Limbradur_Plakat[1]_kleinAlbert Einstein hat vieles neu und grundsätzlich gedacht. Auf diesem Weg kam er zu erstaunlichen Theorien, die Wissenschaftler oftmals erst viele Jahrzehnte später nachgewiesen haben. So konnten sie den Beweis für die, vor hundert Jahren von Einstein entdeckten, Gravitationswellen erst Ende 2015 finden.

Die Gravitationswellen sind Teil seiner Relativitätstheorie. Dieser sollen sich Kinder nun leichter über den Film „Limbradur und die Magie der Schwerkraft“ annähern können. Der neue Film ist ein sogenannter Fulldome Film, der in Form eines 360-Grad-Kinos etwa unter der Kuppel eines Planetariums gezeigt werden kann. Limbradur ist ein Junge, der nachts in das fiktive Albert-Einstein-Museum eindringt. Dort lernt er den kleinen Roboter Alby kennen, mit dem er sich auf die Spuren von Einsteins Relativitätstheorie begibt.

Der Animationsfilm erinnert in seiner Machart schon an einen Lehrfilm. An die Trickfilmqualität eines Pixar- oder Disneyfilms reicht er nicht heran. Limbradur erinnert als kleiner Magier ausgerüstet mit einem Zauberstab doch recht stark an Harry Potter.

Der Film stammt von Peter Popp, der nun schon seit über 20 Jahren als Regisseur und Autor arbeitet. Dabei ist es doch erstaunlich, dass ihm bei all der Erfahrung wohl entgangen sein muss, dass sein Roboter Alby gar keine Angst vor dem Abstürzen von einer Plattform haben muss, weil er ja schließlich doch fliegen kann. Warum er dies ausgerechnet in der beschriebenen Szene nicht kann, entzieht sich der durchschnittlichen Intelligenz des Zuschauers wohl genauso wie dem Genie Einsteins. Interessant auch, dass der kleine Roboter Alby seinem neuen Freund mitteilt, dass „Masse“ und „Gewicht“ leicht verwechselt werden. Worin der Unterscheid allerdings besteht, teilt er ihm nicht mit.

Limbradur_ISS[1]

Es sind diese und andere Ungereimtheiten des Drehbuchs, die den Film für den Zuschauer unverständlich machen. Damit leistet Peter Popp dem Verständnis für die Relativitätstheorie einen Bärendienst. Denn die Schüler, die diesen Film besuchen, dürften den Kinosaal am Ende bezüglich der Relativitätstheorie eher verwirrt verlassen. Da hilft es auch nicht, dass es einige nette Szenen gibt und die zweite Hälfte des Streifens deutlich besser ist als die erste. Es ist viel mehr zu befürchten, dass die Kinder die Mängel des Films nicht erkennen und sich am Ende zu dumm für die Relativitätstheorie fühlen. Insofern können wir auf keinen Fall den Besuch des Films empfehlen.

Filmographie:
Limbradur und die Magie der Schwerkraft
Ein Film von Peter Popp/Firma Softmachine
360-Grad-Film
Länge 45 Minuten