„Ich habe einfach das geschrieben, was ich selbst als Kind gern gelesen hätte“Level 4 Cover

Mit seinem Buch „Level 4 – Die Stadt der Kinder“ begeistert Andreas Schlüter seit 20 Jahren hunderttausende Schüler. Seither sind über 80 Bücher von ihm erschienen. Dabei bedauert er doch, dass er einfach nicht so viel Zeit wie Ideen hat. Ständig ist er auf Lesereise und seiner Zielgruppe ganz nah. Wir haben mit ihm über seine Schulzeit, seine Lesungen, den Literaturbetrieb und eine ganze Menge über Jungs gesprochen:

 

© Andreas Schlüter

© Andreas Schlüter

Du liest oft in Schulen. Warst du eigentlich selbst ein guter Schüler?

In der Grundschule gehörte ich zu den Besten. Im Gymnasium aber ging es stetig bergab bis zur 7. Klasse: mit drei Fünfen sitzengeblieben. Eine Welt brach zusammen. Und ich war kurz davor, von der Schule abzugehen. Aber ich hatte einen tollen Latein- und Sportlehrer, der gleichzeitig der Klassenlehrer der unteren Klassen war. Er sagte: „Ich kann einen guten Fußballer brauchen. Komm zu mir.“ Ich wiederholte die Klasse und hatte im zweiten 7.Klasse-Zeugnis, ein Jahr später, plötzlich nur Einsen und Zweien. Übrigens halte ich deshalb das heutzutage vielfach verpönte „Sitzenbleiben“ nicht für eine Strafe, sondern für eine durchaus überlegenswerte Option. Später schlug ich mich als mittelmäßiger Schüler bis zum Abi durch. In Latein und Sport aber blieb die 1 oder 2 bis zum Schluss.

 

Hast Du schon damals viel gelesen?

Als kleines Kind wurde mir von meiner Mutter zum Glück täglich vorgelesen. Auch später habe ich regelmäßig abends im Bett gelesen.
Auf dem Gymnasium ließ das nach. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in der 5. und 6. Klasse Bücher gelesen hätten. Autorenlesungen gab’s schon mal gar nicht. Dann der Bruch in der 7. Klasse. Klassenlektüre: „Der Schimmelreiter“. Klassenarbeit: „Beschreibe, wie der Autor die Spannung erzeugt.“
Ich schrieb einen Aufsatz, warum ich das Buch stinklangweilig fand und von Span-nung weit und breit nichts entdecken konnte. Immerhin eine Drei bekommen. Aber von da an bis zur 11. Klasse habe ich kein belletristisches Buch mehr angerührt. In dieser buchlosen Zeit aber war ich durchgängig ein begeisterter Comic-Leser. In der Oberstufe fing ich dann das Lesen mit politischen Büchern wieder an.

 

Oft ist zu hören, „Schlüter schreibt Jungs-Bücher“. Stimmt das und wenn ja, warum?

Ja und nein. Ich schreibe für Jungs. Mittlerweile auch sehr bewusst. Sie sind mein Maßstab. Ich frage mich immer, ob es Jungs interessieren könnte, was ich schreibe. Ich bekomme aber oft die Rückmeldung, dass viele meiner Bücher auch sehr gern von Mädchen gelesen werden. Das freut mich dann jedes Mal sehr, aber der Maß-stab für mein Schreiben sind sie nicht. Begonnen hat das unbewusst. Ich habe einfach das geschrieben, was ich selbst als Kind gern gelesen hätte. Und ich war und bin nun mal ein Junge.

 

Wie lesen Jungs?

Es gibt eine Menge Untersuchungen darüber, in denen ich mich meistens auch wie-derfinde. Mädchen erwarten und verlangen eine größere Tiefe in den Figuren, Emo-tionen, Zweifel, Gedanken. Spannung soll sich aus den Emotionen ergeben. Jungs wollen Handlung, Taten, Entscheidungen, Action und Witz … Den wollen beide Geschlechter gleichermaßen. Spannung soll sich aus der Handlung ergeben. Es ist amüsant, wenn in Lesegruppen Frauen manchmal an meinen Büchern kritisie-ren, dass die Figuren zu wenig emotional seien. Es stimmt nicht, aber ich verstehe den Einwand. Denn das, was die Leserinnen an „Gefühl“ vermissen, empfinde ich als Kitsch. Und sehr viele Jungs und Männer empfinden das eben genau so wie ich. Sie erkennen oder wissen, welche Emotionen mein Held hat oder haben muss, wenn er dieses oder jenes tut – ohne dass man expliziert beschreiben müsste, dass er jetzt wütend, traurig oder eifersüchtig ist.

 

Würde das nicht vieles leichter oder klarer machen?

Im Gegenteil, das würde oft die Handlung zerstören. Jungs sprechen nicht drüber, können die Emotionen des Helden aber dennoch nachvollziehen und nachempfin-den. Es ist wie im Leben, in dem Frauen Männern auch sehr gern vorwerfen, zu we-nig über sich und ihre Gefühle zu sprechen. Wohlgemerkt, sie stellen es nicht fest und akzeptieren, dass Männer so sind, sondern sie formulieren es als Mangel des Mannes und als Forderung an ihn, sich dem weiblichen Verhalten anzupassen. Und so erfährt es auch der Junge beim Lesen. Er soll gefälligst das lesen, was Frauen nach ihren Kriterien gefällt. Das will er nicht, also lässt er das Lesen mitunter ganz.

 

Ist eine spezielle Leseförderung für Jungs nötig?

Ja, unbedingt! Bis etwa zur sechsten oder siebten Klasse werden Jungs fast ausschließlich von Frauen sozialisiert! Und das bedeutet aufs Lesen bezogen: alles, was Jungs toll fin-den, ist aus der Sicht ihrer erwachsenen – weiblichen! – Bezugspersonen zunächst mit einem Mangel behaftet. Siehe oben. Comics, Grusel-, Action- oder Fußballge-schichten? „Na ja, besser als wenn er gar nichts liest!“ „Als Einstieg doch okay!“ Es wird nicht anerkannt. Der Junge ist ein Leser zweiter Klasse und oft leider auch ein Schüler zweiter Klasse. Denn zu oft wird ein Junge nicht als Junge, sondern als schlechteres Mädchen betrachtet. Er zappelt mehr, konzentriert sich schlechter, ist lauter, lebhafter, äußert weniger, was ihn bedrückt, und hat mehr Schwierigkeiten, das Lesen zu erlernen. Lesen ist aber die Grundlage allen Lernens!

Es gibt eine Fülle von Maßnahmen und Förderprogrammen für Mädchen in den Na-turwissenschaften, obwohl ihnen das Lernen ohnehin leichter fällt. Aber es gibt in den Schulen so gut wie keine Förderprogramme im Lesen oder im Fach Deutsch für Jungs. Wenn Jungs aber im Lesen nicht gefördert werden, so eben auch nicht in der Grundlage für jegliches Lernen. Sie sind oder werden schlechter in der Schule oder werden bei gleichen Leistungen oft auch schlechter benotet, wie wir aus Studien wissen. Das Selbstwertgefühl geht zurück, der Junge lernt noch schwieriger, weil er kei-ne Erfolgserlebnisse hat, der Kreislauf schließt sich. Aufgrund des mangelnden Ler-nens sinken die Zukunftschancen, es folgt die soziale Ausgrenzung. Und irgendwann gibt es nur noch ein Mittel, sich „Respekt“ zu verschaffen: Gewalt. Es ist kein Zufall, dass im „gewaltbereiten Milieu“ unter männlichen Jugendlichen der Begriff „Respekt“ eine enorm hohe Bedeutung hat.

 

Generalisieren lässt sich das doch nicht. 

Klar, jetzt kommen die Einwände: es ist kein Automatismus, nicht bei allen so, nur eine Minderheit. Natürlich. Darum geht es nicht. Aber umgekehrt wird die Brisanz deutlich: Bei fast allen männlichen Jugendlichen, die durch Gewalt und Kriminalität aufgefallen sind, können sie diese mangelnde Förderung, den schief gelaufenen Bil-dungsweg, nachverfolgen.
Besonders drastisch ist dieses Problem bei Jungs mit sogenanntem „Migrationshin-tergrund“. Denn dort ist in der Familie die Entwicklung der Lesefähigkeit in der deut-schen Sprache besonders schwierig. Es besteht also ein noch höherer Förderbedarf. Aber das Gegenteil passiert: Die weiblichen Bezugspersonen – also 99 Prozent aller Bezugspersonen für Grundschüler – im Bildungswesen tun sich mit einer Jungsför-derung für Migrantenkinder noch mal besonders schwer, weil sie ja meinen, die Jungs würden in diesen Familien ohnehin schon zum „Pascha“ erzogen. Folgerichtig müsste man die Mädchen fördern. Der Trugschluss: Zum „Pascha“ erzogen heißt ja nicht fürs Lesen und Lernen gefördert zu werden – sondern eher im Gegenteil!
Die Weigerung, so muss man es leider vielerorts schon nennen, Jungs im Bildungswesen zu fördern, führt zu einem wachsenden sozialen Sprengstoff, der uns eines Tages um die Ohren fliegen wird. Viele debattierte Probleme um mangelnde Integra-tion usw. haben hier einen ihrer wesentlichen Ursprünge.

 

Woher kommen die Initiativen, Jungen gezielt zu fördern? 

Interessanterweise kommen die ersten positiven Impulse, Leseförderung für Jungs zu entwickeln, nicht aus den Schulen, sondern von den Bibliothekarinnen, die be-gonnen haben, Jungs für sich zu gewinnen. Oder von privaten Initiativen wie „kicken und lesen“, „Fußball und Kultur“ und anderen.
Nur noch ein Satz, bevor die Diskussion gleich wieder in eine falsche Richtung läuft. Natürlich gibt es auch viele lesende Jungs. Sogar mehr als je zuvor! Das meist ver-kaufte Buch im Jahre 2014 war ein Jungsbuch: Gregs Tagebuch! Ich denke, beide Gruppen sind angewachsen: die Vielleser und die Nichtleser. Ausgedünnt ist die Mitte der regelmäßig, normal lesenden Jungs.
Dies zeigt aber nur, dass man auch Jungs fürs Lesen begeistern kann, wenn man ihnen den richtigen Lesestoff gibt, wenn sie auch männliche, (vor)lesende Vorbilder vorfinden und davon gibt es unter jungen Vätern heute sicher mehr als früher. Wenn man den Jungen mit seinen Interessen ernst nimmt und seine Vorlieben für Ge-schichten akzeptiert, sprich, wenn man den Jungen einfach als Jungen respektiert und aus ihm nicht etwas anderes machen will. Viele Bibliothekarinnen haben das erkannt, Deutschlehrerinnen merken das auch mehr und mehr. Aber es fehlen den-noch männliche Bezugspersonen in den Grundschulen, Bibliotheken, Kinderbuchab-teilungen der Buchhandlungen.
Nein, liebe Ideologinnen: die Männer fehlen dort nicht, weil diese Berufe zu schlecht bezahlt wären!

 

Zurück zu den Lesungen: Warum liest Du so viel an Schulen?

Das Vorstellen und Vorlesen seiner Bücher, der direkte Kontakt zu seinen Lesern, gehört zum Berufsbild des Schriftstellers. Und meine Leser sitzen eben in den Schulen.

Zweitens nimmt die Tendenz bei den Verlagen stark zu, 100 % der Arbeitskräfte und des Werbeetats auf zwei, drei Spitzentitel zu konzentrieren. Der „Rest“ des Programms, also 90 bis 95 % der Bücher eines Verlags gehen komplett leer aus. Der Verlag nimmt seine Verpflichtungen gegenüber einem Buch und einem Autor immer weniger wahr. Die großen Buchhandlungen und -ketten schließen sich diesem Trend an und bestellen größtenteils nur die Spitzen- und Schwerpunkttitel, sprich: mehr und mehr ist man als Autor gezwungen, an diesem trichterförmigen Filter vorbei, seine Werke dem Leser direkt vorzustellen.

Bei Kinderbüchern haben die Lesungen aber noch den äußerst wichtigen Effekt der Leseförderung. Haben die Schüler einen Autoren erst einmal persönlich kennenge-lernt und für gut befunden, so sinkt die Schwelle, ein Buch zu lesen, enorm. Deshalb nehmen bei meinen Lesungen die Fragen und das direkte Gespräch mit den Schülern auch mindestens die Hälfte der Zeit ein.

Viertens haben die Lesungen den Effekt, nah dran zu bleiben an seinen Lesern. Ob ein Witz oder eine spannende Handlung genau so funktioniert, wie man es sich beim Schreiben vorgestellt hat, erfährt man ganz unmittelbar bei Lesungen. Kinder haben nämlich den Vorteil, dass sie keinen Höflichkeitsapplaus kennen. Sie sagen direkt heraus ohne jede Diplomatie, ob ihnen etwas gefällt oder nicht. Bessere Rückmel-dungen kann man als Autor gar nicht haben.
Mein Buch „Level 4.2 – Zurück in die Stadt der Kinder“ – also die direkte Fortsetzung meines „Level 4“-Bestsellers – ist z.B. durch eine Lesung entstanden: Ich erzählte den Schülern den Inhalt von Level 4, also dass sämtliche Erwachsene aus der Stadt verschwinden, verbunden wie immer mit der Frage: „Was würdet ihr denn als erstes machen, wenn die Erwachsenen fort sind?“
Es kam eine typische Antwort: „Ich hole mir alles Geld aus der Bank.“
Auf meine übliche Entgegnung: „Aber du brauchst doch kein Geld, es gibt ja auch keine Verkäufer mehr“ folgt in der Regel der Aha-Effekt. Nicht so in dieser Schulklasse. Es meldete sich ein Junge: „Bei mir braucht er Geld, denn ich übernehme den Supermarkt!“ Der Bann war gebrochen. In wenigen Minuten waren die Geschäfte der Stadt aufgeteilt, nichts hatte sich verändert, außer dass die Geschäftsinhaber jetzt Kinder waren. Genau so habe ich es dann im Buch umgesetzt: die Kinder in Band 2 benehmen sich plötzlich wie Erwachsene.

 

Manchen Lehrern fällt die Vorbereitung auf Lesungen schwer. Kannst Du ein paar Anregungen geben, wie Lehrer sich vorbereiten und eine Autorenlesung sinnvoll nutzen können?

Ja, der erste Schritt ist, dass überhaupt eine Vorbereitung stattfindet. Sehr, sehr häufig wird eine Autorenlesung betrachtet wie ein Sportfest oder wie hitzefrei. Die Lehrer glauben, sie hätten nun eine Freistunde, weil ihre Schüler ja von außen bespaßt werden.

Die wenigsten Lehrer betrachten eine Autorenlesung als eine Stunde mit einem bezahlten Dozenten, obwohl die Eltern, der Schulverein, die Bibliothek für die Lesung ja nicht wenig Geld ausgegeben haben. 250,- bis 300,- € pro Lesung plus Fahrt und eventuell Hotel, dann vielleicht sogar zwei Lesungen für verschiedene Altersstufen. Da ist man schnell bei 700,- bis 900,- Euro für so einen Vormittag. Unverständlich, dass es trotzdem immer noch Lehrkräfte gibt, die eine so teure Autorenlesung dann wie eine Freistunde verpuffen lassen, statt sie in den Unterricht einzubinden.

Immer wieder kann man feststellen, dass auch die Lehrer vom Berufsalttag eines Schriftstellers oder vom Prozess der Entstehung eines Buches nicht viel wissen. Wie viel weniger also können sich die Schüler das vorstellen. „Sind Sie Millionär?“ „Haben Sie einen eigenen Hubschrauber?“.

Wie kommt eine Idee, die ein Mensch zu Hause auf einen Zettel schreibt, in Form eines Buches ins Kinderzimmer eines Schülers? Zu diesem Entstehungsprozess gibt es bei manchen Verlagen sehr schön illustriertes Material. Geht man das mit den Schülern vorher durch, entstehen automatisch viele konkrete Fragen, die ein Autor beantworten kann.

 

Das ist schade. Welche Frage kommt denn immer?

Wie entstehen Ideen? Eine Frage, die JEDES Mal kommt. Auch von den Lehrkräften. Seltsam, oder? Denn JEDER Schüler muss ja spätestens für den nächsten Aufsatz eine Idee haben. Es scheint aber kaum Anregungen oder Gespräche darüber im Unterricht zu geben. Denn über die allgemeine Frage „Woher haben Sie ihre Ideen?“ geht es nie hinaus. Noch weniger zur Recherche, nie zum Handwerk des Schreibens, zur klassischen „Heldenreise“ – also alles, was in jedem Handbuch übers Schreiben nachzulesen ist, scheint den Schülern auf ewig fremd zu bleiben. „Schreib einen Aufsatz!“ und dann werden die Rechtschreibfehler und der Ausdruck korrigiert. Ist das alles? Jedenfalls kommen zum Handwerk des Schreibens eigentlich sehr selten Fragen.

Wie schade, oder? Was könnte man alles mit den Schülern über den Aufbau von Geschichten, die Informationsbeschaffung, die Selbstdisziplin beim Arbeiten, die Sprache, die Entwicklung von Sprache – Jugendsprache, Fernseh-Sprache, Anglizismen usw. – erfahren und mit einem Schriftsteller diskutieren, wenn man eine Autorenlesung spezifisch vor- und nachbereiten würde! Wenn ich den Schülern manchmal erzähle, dass der neueste 3-D-action-Thriller, den sie vielleicht gerade auf DVD geguckt haben, im Prinzip der gleichen Erzählstruktur folgt wie schon die Geschichten der griechischen Mythologie und dass eines der spannendsten Fantasy-action-Abenteuer, die man sich vorstellen kann, die Odyssee ist – aufgeschrieben im achten Jahrhundert vor Christi Geburt –, staunen sowohl Schüler als auch Lehrer immer Bauklötze.

 

Kleiner Vermerk zu oben: Das, was Jungs interessiert, hat also nichts mit Literatur zu tun?

Genau – und dafür braucht man Profis.

All dieses, was man mit einem Autor besprechen, vor- und nachbereiten kann und sollte, ist eben auch ein guter Grund, sich wirklich einen professionellen Autoren einzuladen und nicht den Hobbyschreiber von nebenan, weil der seine Lesungen gratis anbietet.

Nichts gegen alle möglichen ehrenamtlichen Vorlese-Aktionen – im Gegenteil. Aber der Unterschied von diesen zu einer Veranstaltung mit einem Profi-Autoren ist derselbe wie der zwischen dem Schultheater für den Elternabend und der Premiere im städtischen Theater.

Bei der Gelegenheit nebenbei bemerkt: Überhaupt sollte man eine Autorenlesung wie eine